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FDP Kreis Leer 

Schule in Niedersachsen  01.02.2010

Grundschule
Wer mit Lehrern weiterführender Schulen spricht, wird hören, daß die Schüler vielfach mit nicht ausreichenden und unterschiedlichen Grundkenntnissen von den Grundschulen kommen.



Notizen zum Thema Schule  09.02.2010


Was ist eine gute Schule? Auf diese Frage gibt es zahllose Antworten, die grundverschieden sind - und doch allesamt stimmen können. Schließlich paßt nicht jede Schule zu jedem Schüler. Aber ganz gleich, ob ein Kind eine Sportskanone oder ein Gesangstalent, eine Leseratte oder ein Rechenkönig ist: Eine Schule sollte Stärken fördern und bei Schwächen helfen. Und so den Tatendrang nicht bremsen

Wenn Sechsjährige zum ersten Mal ihr Federmäppchen packen, sind sie mit Feuereifer dabei. Voller Tatendrang machen sie sich auf den Schulweg; die meisten von ihnen sind ziemlich darauf erpicht, Lesen, Schreiben, Rechnen zu lernen. Vielen Lehrern gelingt es allerdings nicht, diese Begeisterung am Leben zu erhalten. Aber einigen schon.

Lernen kann nur dann optimal gefördert werden, wenn es die unterschiedlichen Stärken und Interessen der Kinder aufgreift und fördert und Bildungshindernisse gezielt abzubauen sucht. Schüler bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit in den Unterricht - familiär, ethnisch, religiös, ökonomisch, körperlich und seelisch. Lernen kann nur dann gelingen, wenn die Unterschiede Berücksichtigung finden.

Es ist ein Skandal, daß alljährlich 50% der Hauptschulabsoventen bundesweit, in manchen Bundesländern 70%, ohne hinreichende Basiskompetenzen aus der Schule entlassen werden, unvorbereitet auf den Arbeitsmarkt und auf eine selbständige Teilhabe an Gesellschaft und Kultur.

Man wird über das Schulsystem mehr lernen, wenn man nicht auf die Organisation, sondern auf die Qualität von Lernprozessen blickt.

Von Bildungsgerechtigkeit kann nur dann die Rede sein, wenn die Lernbedingungen in den Schulen so organisiert sind, daß das, was an sozialer Ungleichheit mitgebracht wird, nicht noch verstärkt wird.

Lehrkräfte, die über Fähigkeitsunterschiede, über Aufgabenschwierigkeiten und/oder über Stärken und Schwächen ihrer Schüler nicht im Bilde sind, können keine ausreichende Passung zwischen Lernvoraussetzungen und Anforderungen herstellen

Ein kompetenzorientierter Unterricht folgt anderen Gesetzen als traditioneller Unterricht. Entscheidend ist nicht mehr, was durchgenommen wird, sondern was am Ende nachweislich gelernt und begriffen wurde. Dies macht es notwendig, regelmäßig zu diagnostizieren, wie weit der aktuelle Leistungsstand vom angestrebten Zielzustand, wie ihn die Bildungsstandards definieren, entfernt ist.

Die Unterrichtsstudie DESI (Deutsch, Englisch, Schülerleistungen international), die Aufschluß über das Verhalten von Lehrern im Unterricht gibt, brachte überraschende Ergebnisse. Für die Schüleraktivierung ergab sich folgender Befund: Die Lehrer unterschätzten erheblich ihren eigenen Sprechanteil am Unterricht. Sie hielten sich für schweigsamer und zurückhaltender als sie tatsächlich waren. Ein noch krasseres Ergebnis ergab sich im Deutsch- und Mathematikunterricht an den Grundschulen.

Unzutreffende optimistische Selbsteinschätzungen des Unterrichts durch den Lehrer werden ihn nicht veranlassen, seinen Unterricht kritisch zu überprüfen. Warum sollte sich jemand, der mit sich und seinem Unterricht zufrieden ist, ändern? Erforderlich ist deshalb ein Umdenken von der verbreiteten Sichtweise des Unterrichts als "Privatsache" hin zu einem Klima der offenen Klassenzimmertüren, bei dem Austausch über Unterricht eine Selbstverständlichkeit ist. Dafür zu sorgen dürfte zukünftig eine der wichtigsten Führungsaufgaben der Schulleitung sein.


Frische Tünche und reparierte Toiletten können nicht darüber hinwegtäuschen, daß viele Fehlentwicklungen nicht mit Geld auszubügeln sind. Besonders die eingewanderten Türken und Araber entziehen sich allen Integrationsbemühungen.

Mit dem Konjunkturprogramm 2 will die Bundesregierung der erwarteten Rezession entgegenwirken.Da sind ihr nach den Automobilen und den Straßen zuletzt auch noch die Schulen eingefallen, für die man Geld ausgeben könnte. Daß es einer tiefen Wirtschaftskrise bedarf, um besondere Maßnahmen zur Instandsetzung von Schulgebäuden zu motivieren, hat eine eigene Aussagekraft.

Jemanden erziehen heißt, ihn mit der Fähigkeit zu begaben, sich gegenüber seiner Umwelt eigensinnig zu verhalten, um Schwierigkeiten und Möglichkeiten zu sehen, die anderen nicht auffallen. Freiheit ist keine Naturausstattung, sie setzt Kenntnis ihrer Umwelt voraus. Wer nicht weiß, wovon er redet, kann sich auch nicht aus eigener Kraft zustimmend oder abweichend dazu verhalten. Gebildet sei, hieß es im 18.Jahrhundert, wer über sich selbst nachzudenken vermöge. Der Schüler wurde als Person vorgestellt, die sich durch Lernen an Natur, Geschichte, Kunst und Sprache selbst anreichert.

Fast alle westdeutschen Bundesländer sind mit dem politischen und pädagogischen Versagen bei der Aufgabe konfrontiert, der gesamten nachwachsenden Generation ohne Ansehen von Stand und Herkunft jene Basisqualifikationen mitzugeben, die für eine würdevolle Lebensgestaltung gesellschaftliche Teilhabe und selbständiges Weiterlernen notwendig sind. Wenn 27 % der Schüler eines Altersjahrgangs unter dem Bildungsminimum bleiben, also im Lesen und Mathematik die unterste Kompetenzstufe nicht überschreiten, ist das nicht hinnehmbar.

In Hamburg unterschreiten etwa 78% der Hauptschüler die Mindeststandards im Lesen. Sie gehören damit zur Risikogruppe. In Bremen und Berlin sind es 73%, in Schleswig-Holstein 60%, in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg 53%, in Bayern nur 37% . In Sachsen sind es 12%. Da die Bundesländer die Hauptschulstandards überarbeiten wollen, ist mit deren Senkung zu rechnen. So lösen Politiker Probleme.
Die Hauptschule bekommt als Schulziel Grundschulniveau.


Im Konjunkturpaket 2 sind 8 Milliarden Euro für die Bildung vorgesehen, was keine Diskussionen ausgelöst hat , also auf Zustimmung gestoßen ist. Erwartet wird, daß nicht nur die Konjunktur angekurbelt, sondern auch die Bildung der Schüler verbessert wird.

Das Geld soll für die Sanierung und den Bau von Schulen, Hochschulen und Kindergärten eingesetzt werden. Bezahlt werden sollen auch neue Computer, Physiksäle und Forscherecken in Kindergärten. Skandal ist allerdings, daß es marode Schulen und Hochschulen mit überholter Ausrüstung gibt, die die Landesregierung oder Kommune in der Vergangenheit vergammeln ließen.

Zweifelhaft bleiben auch die Auswirkungen auf die Bildung der Schüler und Hochschüler. Die Auswirkungen des Zustandes der Gebäude auf die Lerneffekte ist nicht bewiesen, wird bei keiner Studie erwähnt. Auch die Verwendung von Computern im Unterricht hat bisher keine besonderen Auswirkungen auf die Leistungen der Schüler gehabt. Mehr bringt wahrscheinlich, Lernerfolge transparent zu machen, zu einem Kompetenzunterricht zu kommen mit entsprechenden Prüfungen.

Ob Forscherecken in den Kindergärten Begeisterung für die Naturwissenschaft oder Technik auslösen werden, ist nirgendwo nachgewiesen. Kultusministerin Schavan glaubt fest daran. Die FDP in Westoverledingen nicht.






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